Viele Schuldner hoffen, dass sich ihre finanzielle Reputation bessert, sobald sie ihre Schulden regelmäßig tilgen. Doch was, wenn trotz Ratenzahlung der Schufa-Score kaum steigt? In diesem Beitrag erfährst du, warum das so ist – und welche rechtlichen sowie praktischen Wege dir trotzdem offenstehen.
Ratenzahlung und Schufa-Eintrag
Eine Ratenzahlungsvereinbarung mit Gläubigern fühlt sich für viele wie ein Befreiungsschlag an. Man hat Verantwortung übernommen, zahlt regelmäßig, die Schuldenlast schrumpft. Doch die Schufa scheint davon unbeeindruckt – der Score bleibt im Keller. Warum ist das so?
Was ist ein negativer Schufa-Eintrag?
Ein negativer Schufa-Eintrag entsteht nicht erst bei vollständigem Zahlungsausfall. Bereits die Kündigung eines Kredits wegen Zahlungsverzugs oder die Übergabe an ein Inkassobüro können zu negativen Einträgen führen. Selbst wenn später eine Ratenzahlung vereinbart wird, bleibt der ursprüngliche Zahlungsausfall bestehen – und genau der ist entscheidend für die Bonitätseinschätzung.
Was meldet das Inkassobüro?
Viele Inkassounternehmen melden laufend den offenen Saldo an die Schufa. Das bedeutet, auch wenn du monatlich Raten zahlst, bleibt der Eintrag bestehen – er wird nur aktualisiert. Diese Aktualisierung kann sogar mehrfach pro Jahr als neuer Eintrag erscheinen, was die Situation verschärft.
Inkasso Schufa Eintrag – wie du dich jetzt wehrst 👆Rechtliche Bewertung der Einträge
Jetzt stellt sich die Frage: Sind solche Einträge überhaupt zulässig? Die Antwort lautet: Ja – unter bestimmten Voraussetzungen.
§ 31 BDSG und berechtigte Interessen
Laut § 31 Abs. 2 Nr. 4 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) dürfen Auskunfteien wie die Schufa Informationen speichern, wenn eine Forderung trotz mindestens zweimaliger Mahnung nicht beglichen wurde, der Schuldner ausdrücklich über die drohende Übermittlung informiert wurde, und keine Einwände erhoben wurden. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist die Meldung rechtlich zulässig – selbst bei späterer Ratenzahlung.
Ratenzahlung ist keine Forderungserledigung
Auch wenn du deine Schulden in Raten abbezahlst, gilt die Forderung in der Zwischenzeit weiterhin als offen. Erst wenn die letzte Rate gezahlt wurde, kann man von einer Erledigung sprechen. Deshalb bleibt auch der negative Schufa-Eintrag bestehen, bis der gesamte Betrag beglichen ist.
Was ist mit Schuldanerkenntnis?
Viele Ratenzahlungsvereinbarungen enthalten ein ausdrückliches Schuldanerkenntnis. Dieses verstärkt rechtlich die Zulässigkeit des Eintrags. Denn durch das Anerkenntnis bestätigt der Schuldner die Rechtmäßigkeit der Forderung, was spätere Einwände gegen die Schufa-Meldung erschwert.
Unerlaubte Einfuhr von Drogen oder Verwechslungsgefahr (1 StR 75/00) 👆Auswirkungen auf den Score
Ein negativer Schufa-Eintrag senkt den Score massiv – unabhängig vom aktuellen Einkommen oder der finanziellen Stabilität. Die Schufa bewertet vergangenes Zahlungsverhalten, nicht das aktuelle Vermögen.
Score sagt wenig über Einkommen aus
Ein hoher Verdienst (z. B. 120.000 € Jahresbrutto) beeinflusst den Schufa-Score kaum. Der Score ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage über künftige Zahlungsausfälle – basierend auf vergangenem Verhalten. Wenn du also einmal säumig warst, dauert es Jahre, bis sich dein Score nachhaltig bessert.
Einträge durch Gläubigerwechsel
Besonders problematisch: Wenn Inkassobüros Forderungen verkaufen oder abtreten, wird oft ein neuer Schufa-Eintrag erzeugt – obwohl es sich um dieselbe Schuld handelt. Auch das ist rechtlich zulässig, solange die neue Stelle berechtigt ist, die Forderung zu melden.
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Was kannst du also tun, um deinen Score trotz Ratenzahlung zu verbessern oder zumindest künftige Einträge zu vermeiden?
Forderung vollständig begleichen
Nur die vollständige Begleichung einer Forderung führt zur „Erledigt“-Markierung bei der Schufa. Diese Markierung bleibt dann noch drei Jahre bestehen, verbessert aber schrittweise den Score.
Eintrag prüfen und ggf. löschen lassen
Wenn ein Eintrag fehlerhaft ist – etwa bei falscher Höhe, doppelter Meldung oder fehlender Mahnung – kannst du eine Löschung verlangen. Dafür wendest du dich direkt an das meldende Inkassobüro und ggf. an die Schufa.
Positive Merkmale fördern
Manche Banken oder Dienstleister melden auch positive Vertragsverhältnisse, etwa laufende Kredite ohne Rückstand. Diese können den Score mittel- bis langfristig stabilisieren. Es lohnt sich, gezielt nach solchen Verträgen zu suchen.
Geduld ist essenziell
Die meisten negativen Einträge werden drei Jahre nach Erledigung automatisch gelöscht (§ 31 BDSG). Wer sich gegen Privatinsolvenz entscheidet und stattdessen alles zurückzahlt, muss leider mit längerer „Negativphase“ leben – so unfair das erscheinen mag.
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Ratenzahlungen allein reichen nicht aus, um den Schufa-Score kurzfristig zu verbessern. Solange eine Forderung nicht vollständig beglichen ist, bleibt der negative Eintrag bestehen – und mit ihm der schlechte Score. Rechtlich sind diese Einträge in der Regel zulässig, selbst wenn regelmäßig gezahlt wird. Wer auf dem Weg der freiwilligen Rückzahlung ist, braucht Geduld, Genauigkeit bei der Prüfung von Einträgen – und ein gutes Maß an Frustrationstoleranz. Dennoch ist dieser Weg langfristig der nachhaltigere und ethisch stärkere.
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Kann ich Ratenzahlungen bei der Schufa positiv melden lassen?
Nein, die Schufa verarbeitet nur abgeschlossene oder vollständig beglichene Forderungen als positiv. Laufende Ratenzahlungen werden nicht als Bonitätsmerkmal erfasst.
Wie lange bleiben negative Einträge bei der Schufa?
In der Regel drei Jahre nach vollständiger Erledigung. Danach werden sie automatisch gelöscht.
Kann ich gegen die Einträge rechtlich vorgehen?
Nur wenn sie fehlerhaft oder unrechtmäßig gemeldet wurden. Eine freiwillige Ratenzahlung ändert daran nichts.
Was ist mit Einträgen bei Gläubigerwechsel?
Diese sind zulässig, solange die neue Stelle Gläubiger der Forderung ist. Eine doppelte Meldung kann aber unzulässig sein.
Warum ist mein Score trotz gutem Einkommen schlecht?
Die Schufa bewertet vergangenes Zahlungsverhalten, nicht das aktuelle Vermögen. Ein hohes Einkommen allein verbessert den Score nicht.
Ist eine Schuldanerkenntnis gefährlich?
Es kann die rechtliche Durchsetzbarkeit der Forderung stärken – und damit auch die Zulässigkeit von Schufa-Einträgen.
Was bringt ein Schuldnervergleich?
Ein Vergleich kann helfen, Schulden schneller zu erledigen. Die Einträge bleiben jedoch trotzdem bestehen, bis sie gelöscht werden.
Gibt es Alternativen zur Privatinsolvenz?
Ja, z. B. außergerichtliche Schuldenbereinigungspläne. Diese führen aber nicht zu einer schnelleren Löschung der Schufa-Einträge.
Kann ich meinen Score irgendwo verbessern lassen?
Nein. Der Score verbessert sich nur durch Zeit, Erledigungen und positives Zahlungsverhalten.
Warum werden erledigte Forderungen nicht sofort gelöscht?
Weil die Schufa nach § 31 BDSG zur Speicherung von Erledigungsvermerken für drei Jahre berechtigt ist. Das soll Kreditgeber schützen.
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