Eos Forderung trotz Betrugsfall – Was tun jetzt?

Trotz Betrugsfall besteht eine Eos Forderung? Erfahre, wie du mit Widerspruch, Schufa-Eintrag und rechtlicher Hilfe korrekt vorgehst.

Unberechtigte Forderung nach angeblichem Vertragsabschluss

Es beginnt, wie so viele solcher Geschichten beginnen – mit einer scheinbar harmlosen Abbuchung auf dem Konto. Im Jahr 2023 bemerkt ein Vodafone-Kunde eine unerwartete Abbuchung, die nicht zu seinem aktuellen Vertrag passt. Auf Nachfrage bei Vodafone wird behauptet, er habe telefonisch eine Datenkarte bestellt. Doch der Kunde ist sich sicher: Er hat nie eine solche Bestellung getätigt. Und genau hier fängt der Ärger an.

Trotz sofortigem Widerspruch per E-Mail und Einschreiben, trotz eidesstattlicher Erklärung und Anzeige wegen Betrugs: Die Forderung bleibt bestehen. Vodafone kündigt zwar per E-Mail an, den Vertrag aufheben zu wollen – allerdings nur “nach eigener Prüfung” und “sofern es nachweisbar ist”. Damit beginnt ein Spießrutenlauf zwischen Vodafone, Inkassobüro EOS und dem Gefühl, im falschen Film zu sein.

Im Juli 2024 folgt dann der nächste Schock: Ein Schreiben von EOS mit Zahlungsaufforderung. Im September 2025 ist der Internetzugang plötzlich blockiert – aufgrund “offener Posten”. Und die Kommunikation? Verläuft im Sand. Eine Mahnung jagt die nächste. Die Forderung steht im Raum, ohne Begründung, ohne klare Prüfung, ohne sichtbares Verfahren. Willkommen im Labyrinth aus Bürokratie, Ohnmacht und Systemfehlern.

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Widerruf ohne Belehrung – was das bedeutet

Ein zentrales Problem in solchen Fällen ist oft die fehlende Widerrufsbelehrung. Wenn keine ordnungsgemäße Belehrung über das Widerrufsrecht erfolgt ist, verlängert sich die Widerrufsfrist auf ein ganzes Jahr – gemäß § 355 BGB. In diesem Fall hatte der Betroffene sofort widersprochen und sogar auf das 14-tägige Widerrufsrecht gepocht. Hätte Vodafone korrekt gearbeitet, wäre die Sache damit erledigt gewesen. Doch ohne die Bestätigung des Widerspruchs bleibt alles in der Schwebe – und der Verbraucher im Nachteil.

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Telefonischer Vertragsschluss ohne Beweis

Ein weiteres rechtliches Problem: Ein Vertragsabschluss am Telefon muss nachvollziehbar dokumentiert werden. Insbesondere bei Verbraucherverträgen ist eine transparente Aufzeichnung notwendig. Liegt kein Mitschnitt vor, und bestreitet der Kunde glaubhaft den Vertrag, greift die Beweislastumkehr. § 312a BGB verlangt eine transparente Informationspflicht – die hier offensichtlich unterlaufen wurde.

Doch das nutzt wenig, wenn die Unternehmen auf stur schalten. Dann hilft nur noch: Beweise sammeln, alles dokumentieren, Fristen einhalten und juristisch vorbereitet sein.

Dokumentationspflicht beachten

Alle Kontaktversuche – E-Mail, Einschreiben, Telefonprotokolle – müssen sauber archiviert werden. Vor allem der Nachweis des Widerspruchs vor Einleitung eines Schufa-Eintrags ist essenziell. Denn: Ein unbestrittener Eintrag ist rechtswidrig. Genau das regelt § 31 BDSG sowie die DSGVO in Verbindung mit den Schufa-Richtlinien.

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Unrechtmäßiger Schufa-Eintrag – was tun?

Ein Schufa-Eintrag wegen einer unklaren oder gar bestrittenen Forderung ist nicht nur ärgerlich, sondern auch rechtlich anfechtbar. Seit dem 01.01.2025 ist das Bundesamt für Justiz für Beschwerden gegen solche Einträge zuständig.

Der richtige Weg: Der betroffene Verbraucher sollte die Schufa schriftlich über den Widerspruch informieren und die komplette Dokumentation mitsenden. Laut § 34 BDSG besteht ein Recht auf Auskunft und Berichtigung. Wird dem nicht stattgegeben, sollte man sich an das Bundesamt für Justiz wenden – entweder per E-Mail (rdg@bfj.bund.de) oder über das Kontaktformular der Behörde.

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Inkassoschreiben ignorieren oder reagieren?

Viele Betroffene fragen sich: Soll man einfach abwarten, bis ein gerichtlicher Mahnbescheid kommt? Die klare Antwort: Nein. Zwar ist es legitim, auf einen Mahnbescheid zu warten, um dann förmlich zu widersprechen. Aber die Zeit bis dahin sollte genutzt werden, um proaktiv zu handeln. Schriftliche Einwände, Nachweise sammeln, rechtliche Beratung suchen – all das stärkt die eigene Position enorm.

Nie telefonisch mit Inkasso kommunizieren

Ein wichtiger Tipp: Keine Anrufe bei Inkassobüros! Was am Telefon gesagt wird, lässt sich später kaum beweisen. Jede Kommunikation muss schriftlich erfolgen – am besten per Einschreiben oder Fax mit Sendeprotokoll. Wer sich auf Telefonate einlässt, gibt dem Inkasso in der Regel die Oberhand.

Widerspruch formell formulieren

Ein schriftlicher Widerspruch gegen die Forderung sollte eindeutig sein: Forderung wird bestritten, Vertrag nie abgeschlossen, Widerruf erklärt, Betrugsanzeige liegt vor. Wenn dieser Widerspruch VOR dem Schufa-Eintrag erfolgte, ist der Eintrag rechtswidrig. Und genau darauf lässt sich aufbauen.

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Wann ein Anwalt helfen sollte

Spätestens wenn EOS trotz aller Unterlagen weiterhin mahnt und sich Vodafone aus der Verantwortung zieht, sollte ein Anwalt eingeschaltet werden. Idealerweise ein Fachanwalt für Verbraucherrecht oder Datenschutzrecht. Der Anwalt kann nicht nur die Forderung anfechten, sondern auch die Löschung des Schufa-Eintrags rechtlich durchsetzen – auf Kosten des Gläubigers.

Kostenübernahme durch den Gegner

Wird die Forderung unberechtigt festgestellt, müssen nach § 280 BGB alle Kosten ersetzt werden, die durch das fehlerhafte Verhalten des Unternehmens entstanden sind – einschließlich Anwaltskosten. Auch eine Gegendarstellung gegenüber der Schufa kann auf diesem Wege offiziell eingereicht werden.

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Umgang mit bestehenden Einträgen

Ist die Forderung bereits in der Schufa eingetragen, gibt es dennoch Hoffnung. Durch nachgewiesenen Widerspruch, Verweis auf die DSGVO und § 31 BDSG kann eine Löschung verlangt werden. Kommt die Schufa dem nicht nach, folgt der Weg über das Bundesamt für Justiz – oft mit positivem Ergebnis.

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Alternativen zur Rechtsberatung

Nicht jede:r kann sich sofort einen Anwalt leisten. In solchen Fällen helfen die Verbraucherzentralen weiter. Gegen eine geringe Gebühr prüfen sie die Inkassoforderung, geben eine Ersteinschätzung und helfen bei der Formulierung der Widersprüche. Zudem bieten viele Kanzleien auch Online-Beratung zu Pauschalpreisen an.

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Fazit

Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie schnell eine Eos Forderung trotz Betrugsfall zur realen Belastung werden kann – nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Selbst wenn der ursprüngliche Vertrag gar nicht rechtmäßig zustande kam, führt fehlende Kommunikation oder verzögerte Reaktion der Unternehmen häufig zu ungerechtfertigten Inkassomaßnahmen. Wer betroffen ist, sollte keine Angst haben, sich zu wehren: Widerspruch, rechtliche Beratung und der Gang zur Schufa oder zum Bundesamt für Justiz können viel bewirken. Wichtig ist, dass alle Schritte lückenlos dokumentiert werden. Nur so lässt sich eine Eos Forderung trotz Betrugsfall effektiv anfechten und langfristig aus der Welt schaffen.

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FAQ

Was bedeutet eine Eos Forderung trotz Betrugsfall?

Wenn eine Inkassoforderung gestellt wird, obwohl der Betroffene nachweislich Opfer eines Betrugs ist, spricht man von einer Eos Forderung trotz Betrugsfall. Das bedeutet, dass trotz Widerspruch und Anzeige weiterhin Geld verlangt wird.

Muss ich auf das Inkassoschreiben sofort reagieren?

Ja, auch wenn die Forderung unberechtigt erscheint, solltest du unbedingt reagieren. Ein schriftlicher Widerspruch ist wichtig, um nicht in Verzug zu geraten oder rechtliche Nachteile zu erleiden.

Wie weise ich nach, dass ich betrogen wurde?

Am besten durch eine Anzeige bei der Polizei, eine eidesstattliche Erklärung und alle Schriftwechsel mit dem Anbieter (z. B. Vodafone). Diese Unterlagen sollten chronologisch sortiert und gut aufbewahrt werden.

Kann ich die Schufa-Eintragung löschen lassen?

Ja, wenn du beweisen kannst, dass du der Forderung rechtzeitig widersprochen hast, ist eine Schufa-Eintragung in der Regel rechtswidrig. Du kannst schriftlich die Löschung verlangen, unterstützt durch Belege.

Was mache ich, wenn EOS keine Akte mehr findet?

Dann ist es umso wichtiger, dass du alle Unterlagen selbst lückenlos gesammelt hast. Damit kannst du jederzeit belegen, was du wann getan hast – besonders bei Schufa oder einem möglichen Mahnbescheid.

Sollte ich mit EOS telefonieren?

Nein, Telefongespräche sind nicht beweisbar und bergen große Risiken. Es empfiehlt sich ausschließlich die schriftliche Kommunikation, idealerweise per Einschreiben oder Fax mit Sendungsnachweis.

Was passiert, wenn ich nicht zahle?

Dann kann ein gerichtlicher Mahnbescheid folgen. Spätestens hier musst du formal Widerspruch einlegen. Erfolgt keine Reaktion, droht ein Vollstreckungsbescheid – auch wenn die Forderung unrechtmäßig war.

Kann ich einen Anwalt einschalten?

Ja, besonders bei komplexen Fällen oder wenn die Forderung trotz Widerspruch bestehen bleibt. Anwaltskosten werden bei unberechtigter Forderung oft vom Gläubiger übernommen.

Was bringt eine Beschwerde beim Bundesamt für Justiz?

Wenn trotz Widerspruch eine Forderung an die Schufa gemeldet wurde, kannst du dich beim Bundesamt für Justiz beschweren. Seit 2025 ist es zuständig für solche Datenschutzverstöße durch Inkassounternehmen.

Ist die Forderung dann endgültig vom Tisch?

Nicht sofort. Aber wenn du alles korrekt dokumentierst und rechtlich gegen die Forderung vorgehst, stehen die Chancen gut, dass du am Ende nicht zahlen musst und der Eintrag gelöscht wird. Geduld und Genauigkeit sind entscheidend.

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